Die progressive Muskelentspannung oder auch Progressive Muskelrelaxtion (PMR) wurde erstmals 1929 beschrieben und geht auf den amerikanischen Arzt und Physiologen E. Jacobsen zurück. Dieser beobachtete, dass die Anspannung der Muskulatur oft einhergeht mit Unruhe, Angst und psychischer Spannnung. Bei sich selbst stellte er fest, dass er mit bestimmten Übungen körperliche und geistige Entspannung erreichen konnte. Bei diesen Übungen handelt es sich um ein Verfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht werden soll. Das Grundverfahren besteht darin, das sukzessiv einzelne Muskelgruppen des gesamten Bewegungsapparates für kurze Dauer gehalten und anschließend gelöst werden. Während der Haltephase liegt die Konzentration auf die Empfindung in der Muskulatur, danach in der Wahrnehmung der Enstpannung. Hierbei entwickelt sich ein systematisches Training, welches bei empirischen Untersuchungen gute Ergebnisse erzielt hat. PMR ist eine relativ einfach zu erlernende Methode, die ohne viel Aufwand angewandt werden kann. Besonders für Menschen die Schwierigkeiten mit Visualisiereungen haben ist PMR oft eine gute Alternative.
Mit der Zeit kann muskuläre Entspannung herbeigeführt werden wann immer diese erwünscht ist. Insbesondere bei körperlicher Unruhe und Erregung hat sich die Methode bewährt. Weiterhin können viele Schmerzzustände wie Spannungskopfschmerz, Migräne, und Rückenschmerzen verringert werden. Auch bei essentieller Hypertonie (Bluthochdruck) wurde bereits 1947 in Fallberichten die hohe klinische Effektivität hervorgehoben. PMR ist heute eines der am häufigsten angewandten Entspannungsverfahren mit den Vorteilen, dass dieses leicht zu erlernen und in kurzer Zeit auszuführen ist. Die Leitidee des Begründer E.Jacobsen läßt sich am ehesten mit dem folgenden Zitat verdeutlichen: “Es gibt vielleicht kein allgemeineres Heilmittel als Ruhe”