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Yoga kommt wie schon erwähnt aus Indien und ist seit über 100 Jahren auch im Westen als ganzheitliches Übungssystem bekannt.
In Indien ist Yoga eines der sechs grundlegenden Systeme des indischen Denkens, die unter dem Begriff Darshana zusammengefasst werden. (Darshana=die Schau oder die Sicht.)
Als eines der sechs Darshanas hat Yoga seinen Ursprung in den Veden, den ältesten Schriftzeugnissen der indischen Kultur. Yoga ist nicht religiös sondern als universelle Weisheit zu verstehen. Das Wort Yoga geht auf die indogermanische Wurzel “yui” zurück. “Yui” bedeutet zusammenführen oder auch zusammenbinden.
In der altindischen Tradition haben sich im Laufe der Jahrhunderte fünf klassiche Wege herausgebildet, von denen Hatha Yoga der bekannteste ist.

Hatha Yoga – der Yoga der Energie, der Weg der Kraft, wird im allgemeinen mit Asana (stabiler, innerlich gelöster Körperhaltung) und Pranayama (Atemlenkung) in Verbindung gebracht.
Die Silben Ha und Tha bezeichen die zwei Pole des menschlichen Lebens.
HA bedeutet Sonne und steht symbolisch für die aktive Kraft, womit Licht, Wärme und Wachbewusstsein verbunden werden.
THA bedeutet Mond, wodurch die besinnliche Kraft, die Intuition symbolisiert wird. THA steht für Passivität, Kühle, Unterbewusstsein, dem Bereich von Träumen und Emotionen.
Hatha Yoga setzt dort an, wo der Mensch am besten mit Veränderung beginnen kann, am eigenen Körper. Auf  dem Übungsweg lernen wir zu beobachten, so dass Körper und Geist harmonisch in Verbindung kommen.

Karma Yoga – der Pfad des Dienens. Der Weg der selbstlosen Handlung. Jede Tat wird als freiwillige Darbringung an Gott verstanden.

Bhakti Yoga – der Pfad der liebevollen Hingabe an das Göttliche. Der Schüler findet auf diesem Weg seine höchste Erfüllung in der Verehrung und der liebenden Hingabe an das Göttliche.

Jnana Yoga – der Pfad der unterschiedlichen Erkenntnisse. Dabei geht es um das Erkennen, was vergänglicher Natur und was unzerstörbar ist.

Raja Yoga – der königliche Yoga, der alle Stufen des Yogaweges in sich vereinigt.

Verschiedene Yogastile im Westen sind:

Iyengar Yoga
B.K.S. Iyengar lernte in den Dreißiger Jahren bei dem berühmten Yoga Meister Krishnamachara und bereiste in den FünfzigerJahren Europa, die USA, Australien, Japan und andere Länder um Yoga zu verbreiten. Weltweit existieren heute mehrere hundert Iyengar-Yoga-Schulen. In der Praxis des Iengar-Yoga wird sehr viel Wert auf Präzision und Ästhetik in der Haltung geübt, dabei verwendet der Schüler Hilfsmittel wie Blöcke , Gurte u.a.m.

Ashtanga Yoga
Diese Yoga Form nach Shri K. Pattabhi Jois ist eine sehr dynamische. Das System verbindet den Ablauf einzelner Positionen in einem dynamischen Bewegungsfluss mit einer kraftvollen Atmung. Weitere Bezeichnungen sind Power-Yoga oder Flow-Yoga, einige Bezeichnungen sind rechtlich geschützt, so dass immer neue Namen für ähnliche Formen entstehen.

Shivananda Yoga
Swami Shivananda wurde schon zu Lebzeiten als großer indischer Heiliger angesehen. In Deutschland gibt es mehrere Yoga Seminarhäuser und viele weitere Schulen, die sich als nicht gewinnorientierte Unternehmen verstehen, mit dem Ziel den klassischen Yoga zu verbreiten.
Die fünf Hauptpfeiler sind: Richtige Körperübungen>Asanas; Richtige Atmung>Pranayama; Richtige Entspannung>Savasana; Richtige Ernährung>vegetarisch: Positives Denken und Meditation> Vedanta und Dhyana. Die Asanas werden in der bekannten Rishikesh Reihe, als bestimmte Reihenfolge mit 12 Asanas geübt.

Kundalini Yoga
Auch Yoga der Energie genannt. Nach der tantrischen Lehre wohnt in jedem Menschen eine Kraft, die auch Kundalini genannt wird. Diese Kraft soll erweckt, bzw. ausgebaut werden. Dazu wird im Kundalini viel mit Mantras (Meditationsworten), Mudras (Handhaltungen) und Bandhas (innere Energielenkung) sowie  Chakren, den Energiezentren gearbeitet.

Praxis der Asanas
Asana bedeutet wie vorher beschrieben Haltung. Wir begeben uns und verweilen in einer bestimmten Position un dahlten diese mit achtsamer Atmung und Aufmerksamkeit. Durch diese Kombination wirken Asanas auf körperlicher, geistiger und seelischerEbene.
Jede Asana ist in folgende Phasen unterteilt:
- Vorbereitung
- Hineinführen
- Halten ( die längste und wichtigste Phase)
- Lösen
- Nachspüren

Unterschieden wird in dynamische und statische Praxis:
In der statischen Praxis verweilen wir für eine bestimmte Anzahl von Atemzügen in der Haltung, entsprechend den Zielen die wir mit einer ausgewählten Asana verfolgen richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf die Atmung oder bestimmte Bereiche des Körpers.
In der dynamischen Praxis wiederholt die Bewegung von einer bestimmten Position ausin die Asana hinein und zurück im Rhytmus unseres Atems.
Unter dem Aspekt eines sinnvollen Aufbaus der Übungspraxis ist es besser dynamisch anzufangen bevor wir statisch üben.

Verschiedene Grundtypen von Asanas/ Bewegungsabläufen:

Karanas (Bewegungsablauf): Abläufe wie Sonnengruß für Bewegung und Dynamik. Nicht nur als Aufwärmübungen sondern auch belebend, kräftigend, entspannend.

Vorbeugen: wie z.B. Kopf-Knie-Stellung, wirken in der Regel beruhigend. Zugeordnet dem Aspekt der Lebensenergie, angesprochen Bauch- und Beckenraum.

Rückbeugen: wie z.B. Kobra, Bogen, wirken in der Regel anregend, angesprochen Brustraum welcher aktiv und aufnehmend mit der Atmung verbunden ist.

Seitbeugen: wie z.B. Dreieck, unterstützen die allgemeine Beweglichkeit, schaffen Atemraum und dehnen den Rumpf.

Drehungen: wie z.B. Drehsitz, Krokodilsübungen, sind asymmetrische Haltungen, welche die beiden Seiten des Menschen (Sonne-Mond) gleichermaßen ansprechen und ausgleichen.

Umkehrhaltungen: wie z.B. Schulterstand, Kopfstand, sind stark mit der Mondenergie verbunden und fördern Introversion sowie Kontemplation.

Gleichgewichtshaltungen: wie z.B. Baum, Krähe, beanspruchen das Gehirn so stark, dass sie auf der Ebene des Geistes “alle Kanäle blockieren”, über die sonst die Regungen des mentalen unsere Wahrnehmung erreichen. Sie stärken inneres Gleichgewicht und äußeres Gleichgewicht.

Entspannungshaltungen: unterstützen die Nachspürphase der Asanas und geben eine optimale Grundlage für die Tiefenentspannung.

Allgemeine körperliche Wirkungsweisen:

- viele Asanas stärken die Skelettmuskulatur, ganz besonders die rumpfaufrichtenede Muskulatur. Dadurch wird die Wirbelsäule entlastet und die Person kann änger und müheloser in einer aufrechten haltung verweilen.

- durch die lockernde Wirkung der Asanas werden Blockierungen in derMuskulatur gelöst, was den Fluß der Lebensenergie  aber auch des Blutes und der Lymphe verbessert.

- die statische Haltekraft (durch das verweilen der Positionen) wird stark verbessert, was sich besonders auf Alltagsaktivitäten günstig auswirkt.

- da Asanas immer den ganzen Krper einbeziehen (also keine Muskelisolationsarbeit wie z.B. beim Krafttraining) bewirken Asanas zugleich Dehnung, Kräftigung und Mobilisation für die Muskulatur, Sehen, Bänder und Gelenke.

- Viele Asanas regen das “Verdauungsfeuer” an, d.h. sie verbessern die Fähigkeit der Organe, grobstoffliche Nahrung in Energie umzuwandeln und Schlacken auszuscheiden. Oft kommt es zu einer generellen Anregung des Stoffwechsels, was einen Reinigungs, bzw. Entgiftungsprozess bewirkt.

- Viele Asanas machen die unterschiedlichen Atemräume erfahrbar, fördern die natürliche Vollatmung und unterstützen einen ruhigen, gleichmäßigen Atemrhtmus.

- Zudem wirken die meisten Asanas auf die verschiedenen Drüsen des Körpers, auf einzelne Nerven, wie auf Nervengeflechte und damit auf das gesamte Nervensstem, in der Regel mit einer beruhigenden Wirkung.

Allgemeine seelische Wirkungsweisen:

- Durch die Sensibilisierung des Körperbewusstseins wird zunehmend erfahrbar, wie der Körper auch die seelische Verfassung widerspiegelt. Im Laufe der Zeiit lernt man, auch schon geringe Anzeichen wahrzunehmen, dass etwas mit dem Körper oder der Umgebung “nicht stimmt”. Man lernt, rechtzeitig auf diese Signale zu reagieren und nicht erst dann, wenn es schon zu spät ist. (also wenn Schmerzen auftauchen oder ein Organ mit Entzündung reagiert). Agieren statt reagieren.

- Jede Asana birgt schließliche potentiell die Möglichkeit, etwas über ich selbst zu erfahren. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang alle Asanas, gegen die man sich zuerst innerlich sperrt. Jede Asana ist eine Herausforderung mit sich in Dialog zu treten. Man lernt seine Grenzen kennen und man lernt diese mit der Zeit zu erweitern.

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